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Meine Radiusköpfchentrümmerfraktur und Ich – Teil II: Über „doofe“ Ärzte, Krankenkassen und OP-Verschiebungen

Bildschirmfoto-2013-05-29-um-12.30.26_watermarkedVor einiger Zeit habe ich schon einmal meinen ersten … ähm … Leidensweg beschrieben. Kurze Zusammenfassung: Sturz auf den ausgestrecken Arm, Radiusköpfchentrümmerfraktur. Hieß also: Das körpernahe Gelenk der Speiche (= medizinisch Radius) war völlig hinüber und wurde in einer ersten OP mit insgesamt fünf Schrauben wieder zusammengeflickt. Die Probleme ließen jedoch nicht nach, im Gegenteil, denn zum einen Wuchs der Bruch nicht mehr anständig zusammen, zum anderen „brach“ ein Teil wieder heraus. Wer meinen Artikel dazu noch nicht kennt, der sollte sich erst diesen zu Gemüte führen. Also machen wir dort weiter, wo ich beim letzten Mal aufgehört habe: auf das Warten des Berichtes der BGU Duisburg. Diese ließen sich rund zwei Wochen Zeit, was eigentlich nicht ganz so tragisch gewesen wäre – wäre da nicht eine andere Sache gewesen, die ich hier auch kurz erwähnen möchte.

Nachdem der Bericht dann also bei meinem Orthopäden angekommen war, bekam ich die Kurze Info: hat Urlaub. Aber gut, ist eine Gemeinschaftspraxis, also ab zu dem Herrn Kollegen, welcher mir dann aber ein paar Sprüche an den Kopf geknallt hat, die eigentlich nicht weiter tragisch sind, die man so als Arzt gegenüber einem Patienten aber nicht unbedingt sagen sollte. So bekam ich unter anderem auf die Frage, ob die BGU Duisburg wirklich die beste Lösung sei die folgende Antwort (nahezu O-Ton): „Wo Sie sich operieren lassen ist nicht mein Problem. Ich als Arzt bin eh anders versichtert und kann mir meinen Operateur selbst aussuchen.“ Nach der Info, dass er ja kein BU-Arzt sei, weil „sie ihm für seine Fähigkeiten nicht genug zahlen würden“ bin ich dann fast wortlos aufgestanden und gegangen. Sorry, als gesetzlich versicherter Kassenpatient erwarte ich keinen Handkuss, aber solche Aussagen gehen einfach gar nicht.

facepalm

Nun hatte ich die Wahl: Warte ich darauf, dass „mein“ Orthopäde (bei dem ich auch erst seit dem Unfall bin, vorher hatte ich eigentlich keinen) oder wechsel ich? Ich habe mich dann für eine andere Gemeinschaftspraxis entschieden – denn was, wenn der nächste Urlaub ansteht und ich dann wieder zu diesem A… müsste? Also Termin gemacht und in der Zwischenzeit eine Anfrage zwecks Kostenübernahmeerklärung zur Behandlung in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Duisburg der Krankenkasse eingereicht. Die war recht schnell und nach drei Tagen hatte ich die Absage im Kasten liegen. Widerspruch? Kann man ja mal versuchen dachte ich mir und schrieb einen knapp zwei Seiten langen Text. Bestmögliche Behandlung. Erfahrung der Klink. Blablabla.

Während ich nun also auf die Antwort auf den Widerspruch wartete, begab ich mich zu meinem Termin bei meinem „neuen“ Orthopäden, welcher mir das Krankenhaus samt Arzt hier empfiel – zur Sicherheit, falls es mit der Kostenübernahmerklärung nichts mehr werden würde. Rund eine Woche später ging es dann nochmals dort zur Untersuchung, das Fazit viel identisch aus, wenn auch etwas anders: Man würde erst einmal versuchen, das „abgebrochene“ Teilchen zu entfernen, sollte es dann ausreichen, beließ man es dabei. Klang alles sehr gut – und nachdem ich noch am Morgen vorher die telefonische Absage der Krankenkasse erhalten habe, habe ich einen OP-Termin für eine Woche später erhalten. Aber, es sollte doch anders kommen, denn rund zwei Tage später bekam ich nochmals aus heiterem Himmel einen Anruf der Krankenkasse, dass man die Kosten für eine stationäre Behandlung in der BGU Duisburg doch übernehmen würde. Wieso und warum? Ehrlich gesagt, hab ich gar nicht mehr nachgefragt.

kostenuebernahme

Also nochmal kurz mit meinem Orthopäden gesprochen: Wenn die Möglichkeit besteht, dann BGU Duisburg – also Überweisung samt Einweisungsschein bekommen, Termin gemacht, hin da. Trotz der vorherigen Untersuchung also nochmal kurz zu einer Voruntersuchung dahin, Ergebnis das gleiche, OP-Vorbereitung und OP-Termin rund eine Woche später. Der Rest? Kurios. Mittwochs zur stationären Aufnahme ins Krankenhaus zur OP-Vorbereitung, Donnerstags dann die OP. Ich war schon OP-fertig (umgezogen, rasiert, markiert und so weiter) und hatte die kleine (Beruhings? Schlaf?) Pille geschluckt, als kurz darauf der Helikopter landete. Etwas nach „Ablauf“ der geplanten Abholzeit dann die schlechte Nachricht: Zwei Notfälle sind reingekommen, OP abgesagt, wird nun eine Woche später durchgeführt. Oookay. Klingt alles tragischer als es war, ich konnte wieder rauchen, wunderbar. Kurios, kann aber leider immer mal passieren.

Eine Woche später dann ging es direkt zur OP wieder ins Krankenhaus und diesmal sollte es etwas werden. Geplanter Eingriff: Arthroskopische Entfernung des verschobenen Fragmentes und Kontrolle des restlichen Radiusköpfchens, der Rest (Entfernung des Köpfchens?) sollte dann intraoperativ entschieden werden – was auch gemacht wurde. Der Bruch ist nicht gänzlich verheilt, das Gelenk stufig und vernarbt – sodass den Herrn Dr. Operateur nichts anderes übrig blieb, als rund zwei Zentimeter des Radiusköpfchens zu entfernen. Medizinisch nennt sich das ganze dann „partielle Resektion des Radiusköpfchens rechts“.

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Eine Prothese wurde nicht eingesetzt (wurde vor der OP aber schon besprochen), der Grund: Diese hat (wie alle künstlichen Gelenke und Prothesen) im Idealfall nur eine „Lebenserwartung“ von 10-20 Jahren, muss diese Radiusköpfchenprothese entfernt werden, lässt sich keine neue mehr anbringen und die Speiche wäre aufgrund der Zementierung noch kürzer. Ohne Radiusköpfchen lässt sich „prima“ leben, auch wenn es nach einigen Jahren (die verschiedenen Ärzte sprachen dabei von einem Zeitraum in 20-30 Jahren) Probleme mit dem Handgelenk geben könnte – logisch, die Knochen (Elle und Speiche) sind nicht mehr gleich lang, sodass es hier zu einer Art „Verschiebung“ kommen kann. Dann könne man immer noch die Prothese einsetzen und hätte wieder so 10-20 Jahre Ruhe – also bis ins Rentenalter. Wobei ich mir hier die Frage gestellt habe, ob man mich in 20-30 Jahren nicht doof anschauen wird und sich die Frage stellt „wieso man es vor 30 Jahren entfernt hat“ – tja, auch die Medizin macht Fortschritte, wer weiß, was zu gegegebenem Zeitpunkt so möglich ist.

Kurz nach der OP fiel mir schon direkt auf, dass ich die Umwendebewegung der Hand zum Daumen hin (Handteller also nach oben drehen) recht weit schaffte – laut Dr. Operateur funktionierten unter Narkose alle Bewegungen (Beugung, Streckung, Pronation und Supination) bei 100%. Logisch, unter Narkose spüre ich die Schmerzen nicht. Aber das wird dank Physiotherapie langsam aber sicher wiederkommen – ob es auf 100% kommt muss man sehen, aber es wird. Übrigens: Entgegen der vorherigen Ankündigung bekam ich keinen Gips, sondern schon direkt nach einem Tag Physiotherapie in der Klinik und nach vier Tagen (mit OP-Tag) wurde ich entlassen.

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Wie es nun weitergeht? 2-3 Mal die Woche Krankengymnastik, in der Hoffnung, dass die Bewegung weitestgehend zurückkommt und die Schmerzen verschwinden. Aktueller Stand: Schmerzen, Bewegungseinschränkung und rund 23 Wochen KzH. To Be Continued…

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  • Hakan

    Guter Besserung
    Habe das gleiche Problem !!! Passiert am 01.02.2013 nach der arbeit ( Wegunfall ) Gott sei dank alle kosten von der BG übernommen , ich bin seit dem 4 x Operiert worden 4. OP resektion gewesen …..schmerzen manchmal sehr schlimm….. täglich ambulante reha ….. drehen nach außen , mehr als 1,5 Kg. heben , beugen nicht möglich( sehr schmerzhaft….) bis jetzt 4x passiert !!! ich konnte mein unterarm nicht kontrollieren !!! der macht was er will ??? es ist gefährlich ich habe richtig angst bekommen wenn ich währende Rad oder Roller fahren, mein Arm nicht kontrollieren kann und wieder instabil wird ??? was dann ???? Es wird nie wieder wie früher …….Wie siehst bei dir Mde oder GdB aus ? Mein Orthopäde sagt mind. 30% – bis 40% drin.
    Mfg. und Guter Besserung

  • Marcel

    Was die Bewegung angeht, so bin ich aktuell auf einem guten Weg, was die Hebekraft angeht muss man sehen – man kann aber viel über die Muskulator ausgleichen. Dass du deinen Unterarm nicht kontrollieren kannst, solltest du mal deinem Orthopäden oder Chirurgen mitteilen – ist eigentlich ein Zeichen dafür, dass sich die Speiche in Richtung des Ellenbogengelenks verschoben hat, laut meinem Operateur ist dieses „schwimmen“ (wie er es nannte) ein typisches Zeichen dafür. MdE hab ich noch nicht beantragt, kommt aber auch immer darauf an, wie schwerwiegend das ganze ist und wie das Alter ist, bei mir soll es da nicht viel für geben. Darf ich fragen wie viel man bei dir rausgenommen hat?

  • Hakan

    Hallo
    Ich habe gestern meine Letzte Ambulante Reha gehabt. Nach der Behandlung nochmal von der Reha Arzt kontrolliert ……. Bericht muss er noch schreiben , mir hat er nicht so viel gesagt, aber ich soll Stationiere Reha beauftragen meint er….
    am Nachmittag musste ich zum BG Helfer ( Persönlich hat er mich angerufen ) , …. Erzählt hat er nicht soviel ….. ich soll sofort nach Murnau wegen Stationiere Behandlung für 3-4 Wochen…
    Nach der Behandlung wird von einem Gutachter entschieden wie viel Mde ich bekomme , der meint mind. 30% ist drin und wegen Verletzten-rente muss ich nichts machen , alles wird von der BG Übernommen und beauftragt….so weit ist gut ….. ich muss nur nach Murnau und hoffen das mein Arm wieder fit wird , Orthopäde , Therapeuten und BG Helfer alle haben gesagt mein arm wird nie wieder wie vorher ….. ich muss es akzeptieren und versuchen ohne Medikamente durchzuhalten , was momentan aber nicht möglich ist .
    Ich Fahre Nächste Woche für 2 Wochen nach Bibione ….. Stress abbau Therapie wenn ich wieder zurück bin muss ich nach Murnau… ……. bei mir ist ca. 25. mm. rausgenommen , ich werde weiter berichten vielleicht bei dir klappt auch mit der Mde . Es ist nicht schlecht was die jeden Monat als Verletzten-rente zahlen müssen , aber ein gesundes Arm wäre noch besser .
    Mfg.

  • Martina

    Moin

    Oh man da kommt mir einiges bekannt vor.
    Hatte vor 18 Jahren ein Unfall und hab mir eine Radiusköpfchentrümmerfraktur links zugezogen.
    Diese wurde einige Tage später (nach Abklingen der Schwellung) operiert. Der Doc damals sagte er will „das Puzzle“ mal wieder zusammensetzten. Nach Röntgenbildern…CT / MRT usw. gabs noch nicht…offiziell. Also hat der Doc gebastelt, das ganze mit einem Haufen Nägeln zusammengezimmert.
    Es gab einen feinen Gibs von den Fingerspitzen bis zum Oberarm im 90° Winkel. Nach 12 Wochen kam der ab und dann gings mit KG los. Leider war keine Streckung möglich da ich heftige Schmerzen hatte und auch gemerkt habe das dort irgendetwas im Weg ist. Kontrolle ergab…ACHTUNG!!! ALLES EINBILDUNG!!!
    Auf den Röntgenbildern war ja alles ok.
    Also hatten Muskeln und Sehnen nun 1 Jahr Zeit sich zu entspannen, da sie ja nicht mehr gestreckt wurden. Beugung ging fast bis zur Schulter – Drehung recht ok – Drehung links nicht sehr weit.
    Nach einem Jahr kam das ganze Metall dann raus und ich dachte wenn man nur genug übt wird das schon…und ohne Metall stört da auch nichts mehr.
    Also fein angestrengt bei der KG und immer noch das selbe…da stört was!!!
    Der Doc sagt wieder es ist alles ok. Also versucht der nette Mann von der KG es mal mit Gewalt…ein Knie von ihm auf meiner linken Schulter und mit den anderen Knie von ihm mit Gewalt versucht den Arm zu strecken…bin vor Schmerzen wahnsinnig geworden und hab ihm eine geknallt…ups. Danach war das Thema für mich durch… bis vor 10 Jahren.
    Ich bekam böse Schmerzen im Ellenbogen, in der Schulter und an der Hals und Brustwirbelsäule.
    Achso ja, hab die ganzen Jahre gearbeitet – Köchin – also körperlich nicht zu verachten.
    Mittlerweile gab es dann die Röhre auch für mich…siehe da…da lümmelten sich noch einige Knochensplitter im Gelenk rum – aha darum war also die Streckung nicht Möglich…
    Inzwischen hat dieses Gelenk aber noch Arthrose angesetzt und das nicht zu knapp.
    Die fehlende Länge in der Streckung hab ich im Alltag wohl mit meiner Schulter ersetzt. Sehne angerissen und Sehnentunnel völlig verengt, Schulterblatt schief. Durch diese ganze Fehlbewegung HWS und BWS verschlissen wie eine Oma. Leider war nichts mehr zu machen, außer einem Kunstgelenk und dafür bin ich noch zu „jung“ inzwischen 42. Da kann einem keiner mehr helfen und Prozente bibts auch nur 30…warum auch immer. Lebe mit Spritzen in die Schulter um den Schmerz einigermaßen zu ertragen und muss natürlich noch bis 67 arbeiten…wie auch immer das gehen soll.
    Bei euch ist es noch nicht so lange her…macht euch gedanken um Ersatzbewegungen die man macht und was passiert wenn man es über Jahre macht.
    War gar nicht so einfach den Ärtzen zu erklären das die Schulter nicht nur so kaputt ist, sondern das es von der fehlenden Streckung kommt…usw…
    Wünsche Euch alles Gute für die Zukunft

  • Sabrina

    Hallo zusammen,

    ich kann davon leider auch ein Lied singen… Hatte im Juli 2005 einen Arbeitunsfall und bin sofort nach Murnau gekommen. Wurde insgesamt (bis jetzt) 5 mal operiert. Ich habe bei der zweiten Op schon eine radisuköpfchenresektion bekommen. Die schmerzen werden nicht besser und auf Schmerzmittel kann ich auch nicht verzichten… ‚Eine verzwickte Situation war damals gerade 18 und war dann zwei Jahre krank geschrieben… Arbeite jetzt wieder voll aber mit sehr großen problemen (Beugen und Strecken ist auch nicht gerade toll) Mittlerweile (8 Jahre danach) habe ich Ulnavorschub und fortschreitende Osteopores im Handgelenk. Kann mitllerweile nur noch unter schmerzen den Haushalt machen, arbeiten oder etwas heben. Habe jetzt mal wieder 6 Klinkiken mit Fachärtzen hinter mir die mir alle gesagt haben ich müsse mit den Schmerzen und problemen leben und warten bis ich alt genug (Über 50) für ein künstliches Ellenbogengelenk wäre…
    Ein Arzt würde mir empfehlen eine Radiusköpfchenprothese einzusetzen. Er meinte dann würde die Speiche und Elle wieder automatisch anwachsen und der Ulnavorschub besser werden. Der Arzt meinte auch das in ca. 5 Jahren das Handgelenk sonst völlig kaptt wäre…
    Nun stehe ich vor der Entscheidung OP Nummer 6 Ja oder Nein?
    Hat denn mit einer Prothese jemand erfahrung?

    Viele Grüße

  • JamesBlond007

    Hallo,

    bin durch Zufall auf deinen Blog gelandet und habe gelesen das du ebenfalls eine Radiusköpfchenfraktur hattest, daher erst einmal danke für deine Berichterstattung hat mir sehr weitergeholfen.

    Leider habe ich mir ebenfalls das Radiusköpfchen zertrümmert.

    Darf ich fragen wie es sich bei dir hinsichtlich Bewegung und schmerzen entwickelt hat?

  • christine

    wie geht es dir jetzt ?
    mir wurde am 12.11.2013 das radiuköpchen entfernt.kann meinen arm nicht durchstrecken fehle 10 °
    und beugen nur rund 110°läuft über die bg.meine narbe ist knallrot und schmerzt.der d-arzt im kh sagt zu mir das gelenk ist frei und die bewegungseinschränkung ist nur in meinem kopf.bin noch krankgeschrieben.arbeite beim lidl.wie gehts weiter?

  • Marcel

    Oh, irgendwie wäre es tatsächlich mal Zeit für ein Update – mal sehen, kommt vielleicht über Weihnachten. In Kurzform: Ich arbeite wie gesagt seit zwei, drei Monaten wieder. Die Bewegung ist natürlich nicht wieder bei 100%, sowohl in Streckung, als auch in Drehung fehlen ein paar Grad – versuche ich weiter zu gehen, schmerzt es ungemein. Es lässt sich aushalten, man muss halt etwas auf sich achten – aber hey, es geht zumindest.

    Aber dazu in ein paar Tagen etwas mehr…